Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 148 (März 2017)

Neue Ansätze der Osteoporose-Behandlung mit Medikamenten

Von Sian Yik Lim und Prof. Dr. Marcy B. Bolster, Boston, Massachusetts, USA

Die Osteoporose ist eine Krankheit mit großen sozioökonomischen Auswirkungen. Darauf beruhende Knochenbrüche sind verbunden mit einer hohen Krankheitslast, hohen Kosten und einer erhöhten Sterblichkeit. Vor allem Hüft-Frakturen beeinträchtigen die Mobilität und die Ausführung von Alltagsverrichtungen und führen vermehrt zur Einweisung in Rehabilitationseinrichtungen und zur Pflegebedürftigkeit. Hüft- und Wirbelfrakturen erhöhen vor allem im ersten Jahr nach Eintritt der Fraktur zu einer erhöhten Sterblichkeit.
Entzündlich-rheumatische Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew) oder Psoriasis-Arthritis sind häufig mit Osteoporose verbunden. Durch den Gebrauch von Corticosteroiden gegen diese Krankheiten wird das Osteoporose-Risiko zusätzlich erhöht.

Der Knochen als Dauerbaustelle

Die harte mineralische Substanz des Knochens wird ständig durch „Osteoklasten“ genannte Zellen abgebaut und durch „Osteoblasten“ wieder aufgebaut, um die Knochenstruktur den aktuellen Anforderungen anzupassen. Dieser Knochenumbau ist ein zentraler Prozess zur Erhaltung der Stärke des erwachsenen Skeletts. Im Alter oder unter dem Einfluss einer Krankheit kann der Knochenabbau überwiegen und so zur Osteoporose führen.
Antiresorptive Osteoporose-Medikamente hemmen die Osteoklasten-Funktion und vermindern so den Knochenabbau. Anabol wirkende Osteoporose-Medikamente fördern den Knochenaufbau.
Osteozyten (zu denen 90–95% der Knochenzellen im erwachsenen Knochen gehören) regulieren den Knochenstoffwechsel, indem sie die Aktivität der Osteoklasten und Osteoblasten regulieren. Sie wirken als mechanische Sensoren und sind in der Lage, Mikroschäden zu erkennen und ihre Reparatur zu veranlassen. Welche Stoffe bei dieser Regulation eine Rolle spielen, wurde in letzter Zeit in zunehmendem Maße aufgeklärt.

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