Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 148 (März 2017)

Augen-Operation trotz verkrümmter Wirbelsäule bei Morbus Bechterew

von Wolfgang Rothbrust, Schwetzingen

Über meine verkrümmte Wirbelsäule, über einen Wirbelbruch, den ich mir beim Anziehen einer Hose zugezogen hatte, und die daraus gezogene Lehre habe ich im Morbus-Bechterew-Journal Nr. 136 berichtet. Zu der ausgeprägten Verkrümmung meines Halses ist es – so vermute ich – auch deshalb gekommen, weil ich zu früh mit der Krankengymnastik aufgehört habe. Hinzu kommt noch, dass ich in eine ablehnende Haltung gegenüber meinem Körper geraten bin, die leicht selbstzerstörerische Züge hatte. Wenigstens das Rauchen habe ich 2004 eingestellt, aber die anderen „Baustellen“ liegen noch brach: Bewegungsmangel und Übergewicht. So – genug „Asche aufs Haupt“ geschüttet!
Wie so viele Leidensgenossen, habe ich sehr viele Regenbogenhautentzündungen (Iritis) durchlebt, mindestens ein Dutzend, eher mehr. Leider kam dann der grüne Star (Glaukom) hinzu, der mir den Sehnerv meines rechten Auges zu 95% zerstört hat. Links konnte der zu hohe Augendruck noch gut behandelt werden. Eine Glaukom-Operation hatte ich zweimal rechts und einmal links. Ich habe also nur noch ein gutes Auge.
Inzwischen hatte sich in beiden Augen auch ein grauer Star (Katarakt) entwickelt. Ich hielt dies für ein kleineres Problem. Eine Operation wurde vereinbart in der Klinik, die ich seit Jahren immer wieder besuchte und in der auch die früheren Operationen durchgeführt wurden.
Ich erhielt eine Vollnarkose. Als ich von dieser erwachte, stellte ich fest, dass an meinem linken Auge nichts passiert war. Ein Pfleger oder Arzt sagte mir, die Operation konnte leider nicht stattfinden, da es mit meiner Lagerung Probleme gegeben habe. Ich konnte nicht so gelagert werden, dass diese Augenoperation vorgenommen werden konnte. Der Schock war gewaltig!
Nun will ich nicht in epische Breiten abschweifen. Es kam noch zu einer Besprechung, in der man mir mitteilte, dass für mein Problem „keine Lösung“ erkennbar sei. Ich sollte mit der Konsequenz leben müssen, wahrscheinlich zu erblinden!
Meine liebe Frau (die liebste aller Frauen) fragte einen anderen Augenarzt, Dr. Andreas REULAND vom Augenzentrum Kraichgau in Leimen bei Heidelberg. Ich schickte ihm ein Foto von mir, in der die Verkrümmung genau zu erkennen war. Er meinte, dass ich operierbar sei, er habe bereits ähnliche Fälle operiert. Natürlich gab er mir kein Erfolgsversprechen.

Die Operation fand am 20. September 2016 statt. Die Lagerung klappte. Durch eine Schräglage des Körpers (Bilder unten) konnte ich fast genau senkrecht nach oben schauen. Das Operationsinstrument konnte auch ein wenig geneigt werden, so dass die Operation gelungen ist. Der Stein, der mir und meiner Frau vom Herzen fiel, ist gewaltig. Die Rekonvaleszenz dauert an, meine Lebensqualität hat sich enorm verbessert. Ich lese wieder ohne Lupe, ja sogar ohne Brille, und ich kann wieder Auto fahren!

Anmerkung der Redaktion: Nach Auskunft eines Münchner Augenarztes würde das jeder versierte Augen-Chirurg in einem ähnlichen Fall ebenso machen.

Bild 1: Durch eine Schräglage des Körpers konnte ich fast genau senkrecht nach oben schauen.
Bild 1: Durch eine Schräglage des Körpers konnte ich fast genau senkrecht nach oben schauen.
Bild 2: Der Augen-Chirurg bei der Arbeit
Bild 2: Der Augen-Chirurg bei der Arbeit